Schockwellen und Hasequellen

Melle (lo). Zu einer Exkursion rund um die Hasequellen im Grenzbereich Wellingholzhausen, Dissen und Borgholzhausen hatte der Wiehengebirgsverband Weser-Ems (WGV) eingeladen. WGV-Wanderwart Franz Thöle begrüßte die rund 20 Gäste am Wanderparkplatz Puschkental, unter ihnen auch WGV-Ehrenpräsident Ulrich Gövert. Franz Thöle hatte eine etwa sechs Kilometer lange Wanderroute im Bereich der Hasequellen ausgearbeitet. Unterwegs wurde an fünf Stationen Halt gemacht: Geologischer Aufschluss, Almaquelle, Blauer See, Kleine Rehquelle und Große Rehquelle. Hier gab WGV-Naturschutzwart Prof. Joachim Härtling den Zuhörern viele Informationen zur Entstehung und Geologie des Osnabrücker Berglandes sowie Erklärungen zu den Hasequellen. Die Zuhörer erfuhren so, dass unsere Heimat vor 150 Millionen Jahren noch völlig flach war und erst die Schockwellen der alpinischen Faltung auch das Osnabrücker Land erreichten. Die viel späteren Gletscher der Eiszeit spielten dann nur noch eine untergeordnete Rolle bei der Gebirgsgestaltung, sie hatten lediglich eine Dicke von 300 Meter, was in geologischen Maßen wenig ist. Unterstützt wurde Joachim Härtling unterwegs von Frank Bludau, dem Naturschutzwart des Landeswanderverbandes Niedersachsen. Bludau informierte die Zuhörer über Flora und Fauna am Wegrand. Nach der kurzweiligen Wanderung kannten die Teilnehmer den Unterscheid zwischen Tanne und Douglasie, sie wussten was eine Überlaufquelle ist und sie wussten auch, dass Geographie nicht mit „f“ geschrieben wird. Schließlich gab es auch noch eine Einführung in die von der EU erschaffene Wasserrahmenrichtlinie. Neben der Bewegung an der frischen Luft bei bestem Wanderwetter gab es für die Teilnehmer somit auch eine kostenlose Fortbildung zu ganz unterschiedlichen Themen. Zum Abschluss der Exkursion stärkte sich die Gruppe mit einer überaus leckeren Erbsensuppe in der Luisenturmhütte in Borgholzhausen. Hierzu begrüßte Peter Knaust vom Heimatverein Borgholzhausen die Teilnehmer. Knaust ist der Urenkel von Alma Knaust, nach der die Almaquelle benannt ist. Er informierte über die Umgestaltung der Quelle Anfang des 20. Jahrhunderts und über die Sehenswürdigkeiten von Borgholzhausen. So ist im Ackerbürgerhaus von 1799 die weltweit größte Ansammlung von Riesen-Ammoniten zu sehen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass sie eine sehr gelungene Veranstaltung erlebt hatten. Der Dank ging an die Veranstalter.

Foto: Benedikt Loheide

Zu einer einer informativen und kurzweiligen Exkursion zu den Hasequellen trafen sich rund 20 Teilnehmer (hier an der "Großen Rehquelle").